Medizinische Versorgung Polen - Medikamente

Marta
2018-03-16 19:57

Anspruch auf medizinische Versorgung

Ein EU-Bürger kann die medizinische Versorgung in Polen kostenlos in Anspruch nehmen, soweit er:

  • während seines befristeten Aufenthalts in Polen (z.B. für touristische Zwecke, für Studienzwecke oder während Arbeitsuche, falls er gleichzeitig das ihm in einem anderen EU-Land gewährte Arbeitslosengeld bezieht) in einem anderen EU-Land krankenversichert ist. Der EU-Bürger kann sich dann in Polen auf Kosten der Krankenversicherungsanstalt des Landes, in dem er krankenversichert ist, behandeln lassen (verschiedenen Kategorien von Krankenversicherungsberechtigten steht ein unterschiedlicher Umfang an medizinischen Leistungen zu). Vor der Ausreise nach Polen sollen Sie sich jedoch die Europäische Krankenversicherungskarte besorgen;
  • durch die polnische Krankenversicherung geschützt wird (auf obligatorischer oder freiwilliger Basis).

Die obligatorische Krankenversicherung gilt für Personen:

- die auf Grund von Arbeits- oder Auftragsverträgen arbeiten,
- die im Kreisarbeitsamt als arbeitslos angemeldet sind,
- die Gewerbetreibende sind.

Die obligatorische Krankenversicherung gilt nicht für Personen, die auf Grund von Werkvertrag arbeiten.

Falls in einer Familie nur eine Person krankenversichert ist, umfasst ihre Krankenversicherung auch: den Ehepartner, Kinder (bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres bzw. des 26. Lebensjahres, falls sie noch lernen) und die Eltern (soweit sie zusammen mit dem Krankenversicherten wohnen).

Ausländische Personen, die nicht krankenversichert sind, können die Krankenversicherungsbeiträge in der Woiwodschaftszweigstelle des Nationalen Gesundheitsfonds freiwillig entrichten.
Anspruch auf kostenlose medizinische Sachleistungen besteht nur dann, wenn die Sachleistungen bei medizinischen Einrichtungen in Anspruch genommen werden, die einen entsprechenden Vertrag mit dem Nationalen Gesundheitsfonds unterzeichnet haben.

Inanspruchnahme medizinischer Versorgung

Der erste Besuch in einer medizinischen Einrichtung geht mit der Registrierung und der Wahl des Familienarztes, der auch Allgemeinarzt genannt wird, einher.

Um sich registrieren zu lassen, werden folgende Dokumente benötigt:

  • Bescheinigung für die Entrichtung von Krankenversicherungsbeiträgen (Bescheinigung kann z.B. ein Dokument vom Arbeitgeber oder Nachweis aus der Sozialversicherungsanstalt, der so genannte Lohnzettel und Beitragsgrundlagennachweis, sein.),
  • PESEL-Identifikationsnummer.

Die PESEL-Identifikationsnummer (PESEL- Powszechny Elektroniczny System Ewidencji Ludności - Allgemeines Elektronisches System zur Bevölkerungserfassung) ist ein elfstelliger Zifferncode, der die jeweilige natürliche Person identifiziert. Die Nummer besteht aus folgenden Elementen: Geburtsdatum, Ordnungszahl, Kennzahl des Geschlechts und Kontrollziffer. Der Antrag auf Erteilung der PESEL-Nummer soll im Gemeinde- bzw. Stadtamt gestellt werden.

Der Familienarzt ist für die grundlegende Behandlung zuständig und - bei Bedarf - überweist den Patienten an einen entsprechenden Facharzt (kostenlose Facharztbesuche im Rahmen der Krankenversicherung). Keiner Überweisung bedürfen Besuche bei folgenden Fachärzten: Gynäkologen und Geburtshelfern, Zahnärzten (im Rahmen der zahnärztlichen Behandlung werden nur wenige Leistungen vom Nationalen Gesundheitsfonds bezahlt), Hautärzten, Venerologen, Onkologen, Augenärzten und Psychiatern, als auch bei Unfall, Verletzungen, Vergiftungen und Lebensgefahr.
Die Überweisung ist bei notwendiger Inanspruchnahme von Krankenhausleistungen obligatorisch (sie ist nicht notwendig bei Unfall, Verletzung, Vergiftung und Lebensgefahr). Eingriffe, Untersuchungen und Medikamente sind während des Krankenhausaufenthalts kostenlos.

Medikamente werden in Apotheken verkauft, in der Regel auf vom Arzt ausgeschriebenes Rezept:

  • nach Entrichtung eines Pauschalbetrages - bei Grundmedikamenten - 3,20 PLN und bei rezeptpflichtigen Medikamenten - 5 PLN;
  • bei Bezahlung von 30% bzw. 50% des Medikamentpreises (bei ergänzenden Medikamenten);
  • gegen vollen Preis - bei Medikamenten, die in der Erstattungsliste nicht aufgeführt sind.

Mehr Informationen finden Sie unter:
www.nfz.gov.pl/ue - Nationaler Gesundheitsfonds
www.mz.gov.pl - Gesundheitsministerium

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